Bönnsche Köpp 01 / 2016


Oberbürgermeister ohne Sorgen

Foto: Roland Kohls Hat was zu erzählen: GDKG-Präsident Willi Baukhage im Gespräch mit Oberbürgermeister Ashok Sridharan.


20.07.2016 DRANSDORF. Eigentlich wollte er Pilot werden, heute lenkt er die Geschicke der Stadt Bonn, berichtet Oberbürgermeister Ashok Sridharan bei Willi Baukhage auf der Roten Bank in der Reihe Bönnsche Köpp.          

Am Montag waren bei dem Präsidenten der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft (GDKG) neben dem Oberbürgermeister der Gründer der Karnevalsband „Bulle Wuh“ Michael Kehne und der Bonner Filmemacher Georg Divossen im Vereinszentrum zu Gast.

Aber zunächst plauderte Baukhage mit dem Stadtoberhaupt, da dieser noch einen Termin in Nürnberg hatte. Baukhage hatte herausgefunden, dass der Vorname von Sridharan auf Deutsch „ohne Sorgen“ heißt. Das sei aber nicht der Grund für diesen Vornamen gewesen, sagte Sridharan.

Vielmehr sei Ashoka der Herrscher gewesen, der Indien am nächsten an Deutschland herangebracht hatte. Und Alexander andersherum der deutsche Herrscher, der am nächsten an den indischen Subkontinent herankam. Deshalb hätten seine Eltern ihn Ashok Alexander genannt.

„Wolltest Du eigentlich immer schon Oberbürgermeister werden?“, fragte Baukhage. Nachdem er sich gegen die Pilotenkarriere und für die Juristerei entschieden habe, wurde er bei der Ausbildung nach dem Berufswunsch gefragt, berichtete Sridharan. „Ich hatte damals gesagt, dass ich Oberstadtdirektor werden wolle“, sagte er. Da diese Position in der Zwischenzeit abgeschafft wurde, sei es nur konsequent, dass er Oberbürgermeister geworden sei.        

Und was sagt die Familie dazu?, wollte Baukhage wissen. Anfangs fanden es die drei Söhne „cool“, das der Vater Oberbürgermeister werden wolle. „Der Jüngste, der jetzt 15 Jahre alt ist, hatte sich etwas Sorgen gemacht, ob ich die Wahl denn gewinne“, sagte er. Ein gescheiterter Kandidat wäre nicht so cool. Heute sei es schwierig, da er vor 7 Uhr morgens das Haus verlasse und nicht vor 23 Uhr zurückkomme. Auch zum Laufen käme er kaum noch. Aber im Sommerurlaub wolle er das Lauftraining wieder aufnehmen und beim Post-Marathon den Halbmarathon laufen. Großartig sei dagegen die Proklamation von Prinz und Bonna gewesen, mit denen er über seine Mutter verwandt sei.

Ebenfalls ein echt bönnsche Jung ist Michael Kehne, der in Duisdorf zur Welt kam. Allerdings zogen seine Eltern bald nach Rheinbach, wo er auch die Schule besucht hat. Mit 13 habe er mit Freunden an der Schule die erste Band gegründet. Der IT-Berater hat die Band Bulle Wuh vor fünf Jahren gegründet. Er hatte ein Stück zum kölschen Grundgesetz aufgenommen und seine Frau fand es „gar nicht so schlecht“.  

Ebenfalls in ganz Bonn bekannt ist der Filmemacher Georg Divossen. Unzählige Filme hat der 1962 in Beuel geborene Filmemacher über die Bonner Geschichte, Alltagskultur und das Bönnsche Platt gedreht. Doch zunächst hat er Betriebswirtschaftslehre studiert und in einem Verlag gearbeitet. (Roland Kohls)